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45 Burnout - Last und keine Entlastung I

Dieses Arbeitspensum ist nicht zu schaffen!

Monika Müller fühlte sich durch die rigide Haltung ihres Vorgesetzten unter Druck gesetzt, ausgenutzt, ja regelrecht ausgebeutet. Und sie dachte daran, zum Arzt zu gehen und sich krankschreiben zu lassen… Ihre ersten Reaktionen waren Empörung und Rache. Nur in Gedanken zwar - denn sie ließ sich nicht krankschreiben - aber trotzdem hat ihr alleine dieser Gedanke eine innere Genugtuung verschafft. Und schließlich: Wenn es zu dick kommen würde, bliebe ihr diese Möglichkeit ja immer noch.

Stella, die Arbeitskollegin von Monika Müller, hatte die Idee, ihren Vorgesetzten um Entlastung zu bitten, von Anfang an nicht begeistert, aber sie hatte mitgemacht. Jetzt gab sie Monika am Scheitern die Schuld. Die Anfrage sei zu früh gestellt worden, sie hätten noch eine Weile abwarten sollen und vielleicht die eine oder andere Sache schiefgehen lassen sollen, dann hätte er besser eingesehen, dass es so nicht gehen kann. Der Mensch lernt am schnellsten aus negativen Erfahrungen und die müsste ihr Chef jetzt machen. ‘Etwas schief gehen lassen!’, empörte sich Monika Müller, nein, das käme für sie überhaupt nicht in Frage. Das Ergebnis? Sie ahnen es schon: Stella tat Dienst wie gehabt und Monika stürzte sich Hals über Kopf in die Arbeit. Und irgendwie entging es dabei ihrer Aufmerksamkeit völlig, dass sich Stella die ‘Rosinen’ herauspickte und ihr die Problemfälle von Hellas Schreibtisch überließ. Bis sie es bemerkte, war es zu spät für eine angemessene Reaktion. Monika Müller war bereits zu sehr in der Defensive, als dass sie sich gewehrt hätte. Ihr machte die Arbeit keinen Spaß mehr. Es war vor allem diese Ausbeutung durch ihren Chef, aber inzwischen auch die empfundene Unfairness ihrer Kollegin. Und es war das eigene Gefühl, es nicht mehr zu schaffen. Zusätzlich waren es einige Fehler, die ihr unterlaufen waren. Hellas Arbeitsgebiet war zwar mit ihrem sehr verwandt, es gab jedoch Ausnahmen und Bestimmungen, die sie nicht gekannt hatte… Das war natürlich Wasser auf die Mühlen ihres Chefs: “Sehen Sie, wenn schon Ihnen als Fachfrau solche Fehler unterlaufen, was hätte dann eine Zeit-Arbeiterin gebracht?” 

Freitag, 01. April 2011 um 10:01 Uhr
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