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    <title type="text">AdCoa&#45;Blog</title>
    <subtitle type="text">AdCoa&#45;Blog:</subtitle>
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    <updated>2011-04-30T08:26:34Z</updated>
    <rights>Copyright (c) 2011, Brigitta Ehrhardt</rights>
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      <title>49 Burnout &#45; Last und keine Entlastung V</title>
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      <id>tag:brigitta-ehrhardt.de,2011:blog/1.98</id>
      <published>2011-04-30T06:44:33Z</published>
      <updated>2011-04-30T08:26:34Z</updated>
      <author>
            <name>Brigitta Ehrhardt</name>
            <email>b.ehrhardt@adcoa.de</email>
                  </author>

      <content type="html"><![CDATA[
        <p>Wieder steht Monika Müller vor dem Spiegel. Es hat sich etwas getan in den letzten beiden Tagen. Sie ist gespannt, wie man Büro darauf reagieren wird. Schon auf dem Parkplatz wird ihre Verwandlung bemerkt: &#8221; Sind Sie verliebt?&#8221;, fragt Kollege Süster von der Buchhaltung sehr direkt und fügt erklärend hinzu: &#8220;Sie sehen so verändert aus. Klasse, gefällt mir.&#8221; Stella rauscht an ihnen vorbei, stutzt, dreht sich um: &#8220;Monika? Ja, beinahe hätte ich dich nicht erkannt. Toll siehst du aus. Für wen hast du dich denn so rausgemacht?&#8221; Ihre Lippen umspielt ein wissendes Lächeln. Und selbst ihr Vorgesetzter, Herr Sondermann, reagiert im ersten Moment erstaunt, sagt jedoch nichts. Monika ist hochzufrieden mit ihrer &#8216;Außenwirkung&#8217;. <br />
Muss man wirklich einen solchen Aufwand treiben, um seine Ziele zu erreichen? Natürlich entscheidet jede/r für sich selbst, welche Wirkung sie/er auf andere Menschen erzielen will und was er/sie dafür investiert. In erster Linie wirken wir durch unser Äußeres auf andere Menschen und umgekehrt. In Sekundenschnelle erfassen wir die Ausstrahlung einer anderen Person, schätzen sie ein: Bedrohlich oder nicht? Wichtig für mich/unwichtig? Interessant/uninteressant? Sympathisch/unsympathisch? Etc. Wir versuchen dadurch, die Bedeutung eines anderen Menschen für uns selbst herauszufinden und  angemessen auf ihn zu reagieren. <br />
Wenn man Ihnen immer wieder in einer Art und Weise begegnet, die Ihnen nicht gefällt, wenn Sie immer wieder Ihre Ziele nicht erreichen, wenn man Ihnen immer wieder Ihre Anliegen abschmettert, kann es auch daran liegen, dass Sie den äußeren Eindruck erwecken, dass man das mit Ihnen machen kann, ohne dass es negative Konsequenzen hat. 
</p> 
      ]]></content>
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      <title>48 Burnout &#45; Last und keine Entlastung IV</title>
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      <id>tag:brigitta-ehrhardt.de,2011:blog/1.97</id>
      <published>2011-04-28T07:17:10Z</published>
      <updated>2011-04-28T09:12:11Z</updated>
      <author>
            <name>Brigitta Ehrhardt</name>
            <email>b.ehrhardt@adcoa.de</email>
                  </author>

      <content type="html"><![CDATA[
        <p>Monika Müller steht vor dem Spiegel, aufrecht (damit sie selbstsicher wirkt), Schultern gesenkt (damit sie angstfrei wirkt), Kopf leicht nach vorne geneigt (damit sie nicht arrogant wirkt), aber auch nicht gesenkt (damit sie nicht schüchtern wirkt) und sie ist einigermaßen zufrieden mit sich. Wenn da nur nicht diese Ringe unter ihren Augen wären. Sie rückt näher an den Spiegel heran, betrachtet ihre Haut. Sie ist keine 20 mehr, das muss sie schon zugeben. Aber so großporig und fahl wirkt sie wirklich sehr gestresst. Sie überlegt sich, ob sie Make-up verwenden soll. Immerhin will sie ja Eindruck schinden. Oder lieber doch nicht? Ihr Vorgesetzter soll ruhig sehen, dass es ihr schlecht geht mit diesem Riesen-Arbeitspensum. Soll sie? Oder soll sie nicht? Immerhin: Er ist ein Mann. Bei Männern sollen Frauen angeblich mehr erreichen, wenn sie sich für ihn &#8216;schön machen&#8217;, Attraktivität ausstrahlen. Da fühlen sie sich gebauchpinselt. Bei diesen Gedanken muss Monika Müller unwillkürlich grinsen. <br />
Sie verschiebt die Entscheidung, tritt einen Schritt zurück und begutachtet ihr Outfit. Naja, attraktiv ist anders. Ob sie mal zu einer Stil-Beratung geht? Oder auch zu einer Farbtyp-Beratung? Sie erschrickt: Das wird ganz schön teuer. Lieber nicht. Außerdem, was soll das schon bringen? Ihrem Vorgesetzten kann es doch egal sein, was sie anhat. Die Hauptsache, es ist sauber und angemessen. Sie betrachtet ihr Kostüm mit der blauen Bluse. Sie wirkt so seriös darin. Zu seriös? Monika Müller ist ausgesprochen unsicher. Ihre Freundin rät ihr, sich beraten zu lassen. &#8220;Investiere das Geld. Es ist ja schließlich kein Alltagsgespräch, das du führen willst. Es kann über deine Gesundheit und deine berufliche Zukunft entscheiden. Es kann natürlich auch in die Hose gehen. So fertig, wie du in letzter Zeit immer bist, würde ich mir dann aber an deiner Stelle etwas anderes suchen.&#8221; <br />
Monika Müller gesteht sich innerlich ein, dass sie ihre Arbeit liebt. Sie fühlt sich auch sicher darin, hat Routine, will eigentlich nicht weg. Und schließlich verdient sie auch ziemlich gut. Und hat ja ansonsten sehr nette Kollegen. Und Stella, mit der ist sie ja eigentlich auch immer gut ausgekommen. Und über Herrn Sondermann kann sie sich normalerweise auch nicht beschweren. Und während sie so die Argumente addiert, fühlt sie, dass sie die Option, zu kündigen, absolut nicht in Erwägung ziehen will. Es lohnt sich um einen solchen Arbeitsplatz zu kämpfen. Entschlossen macht sie Termine für eine Farbtyp- und Stil-Beratung. </p>

 
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      <title>47 Burnout &#45; Last und keine Entlastung III</title>
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      <id>tag:brigitta-ehrhardt.de,2011:blog/1.96</id>
      <published>2011-04-27T08:03:58Z</published>
      <updated>2011-04-27T10:22:59Z</updated>
      <author>
            <name>Brigitta Ehrhardt</name>
            <email>b.ehrhardt@adcoa.de</email>
                  </author>

      <content type="html"><![CDATA[
        <p>Nehmen wir an, Monika Müller hat eingesehen, dass sie keinesfalls &#8216;das Richtige&#8217; tut, wenn sie sich völlig verausgabt - welche Handlungsmöglichkeiten hätte sie? Klar: Sie muss reden, mit ihrem Vorgesetzten und ihrer Kollegin. &#8216;Hat sie doch schon, hat doch nichts gebracht&#8217;, könnten manche von Ihnen einwenden. Stimmt. Sie hatte es zusammen mit ihrer Kollegin Stella schon einmal versucht. Aber dieses Gespräch fußte auf einer einwöchigen Erfahrung und auf vielen Befürchtungen. Da hatte ihr Chef natürlich leichtes Spiel. Diesmal nimmt sie sich vor, das Gespräch besser vorzubereiten. &#8216;Woran ist es beim ersten Gespräch gescheitert?&#8217;, denkt sie. &#8216;Vielleicht an meinem Auftreten. Ich war da in einer ziemlich blöden Position. Irgendwie habe ich Hilfe von ihm erwartet und dass er meine Probleme löst und die Arbeit gerecht zwischen mir und Stella verteilt. Ich das kleine Mädchen und er der große Papi, der alles richtet.&#8217; Monika ärgert sich über sich selbst. Das kommt diesmal gar nicht in Frage! Sie hat diesen Burnout-Blog gelesen und ist meinem Tipp gefolgt: Googeln Sie die Körpersprache! Zuerst war sie noch ein wenig skeptisch, aber die Video-Clips auf Youtube  haben sie überzeugt.<br />
Sie stellt sich vor den Spiegel, betrachtet ihrer hängenden Schultern, ihre leicht eingezogene Brust und richtet langsam ihre Wirbelsäule auf. Sie testet: Ab wann stehe ich wirklich aufrecht, Schultern runter, gelassen, in der Mitte, Kopf gerade und wirke selbstsicher und ab wann wirke ich starr, dominant, vielleicht sogar arrogant? Was passiert, wenn ich mein Kinn hebe und vielleicht sogar mein Augenbrauen und einen scharfen Blick bekomme? Wie sehe ich aus, wenn ich in dieser Haltung meine Mundwinkel zu einem Lächeln hochziehe? Sie erschrickt über den höhnischen Ausdruck, friert dieses Erschrecken ein, betrachtet sich intensiv, verändert minimal ihre Mimik und muss über sich selbst lachen. Nein, sicherlich wird es ihr nicht gelingen, ihre natürliche Körpersprache zu kontrollieren. In diesem Gespräch jedoch will sie das, was sie gelernt hat,&nbsp; gezielt einsetzen. <br />
Und noch einen Tipp von mir will sie befolgen: Sie wird ihre Körpersprache durch ihre Gedanken unterstützen. Sie wird sich so etwas sagen wie: &#8216;Ich bin eine wertvolle Mitarbeiterin, kompetent, zuverlässig, schnell. Wenn ich ausfallen würde, wäre dies ein ziemlicher finanzieller Verlust für diese Firma. Ich bin hier Wer und lasse mich nicht klein machen&#8217; 
</p> 
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      <title>46 Burnout &#45; Last und keine Entlastung II</title>
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      <id>tag:brigitta-ehrhardt.de,2011:blog/1.95</id>
      <published>2011-04-19T06:40:52Z</published>
      <updated>2011-04-19T08:45:53Z</updated>
      <author>
            <name>Brigitta Ehrhardt</name>
            <email>b.ehrhardt@adcoa.de</email>
                  </author>

      <content type="html"><![CDATA[
        <p>Was denken Sie über die agierenden Personen? Dass dieser Chef ein herzloser Kerl ist, der seine Mitarbeiterinnen maßlos überfordert? Dass er ein hilfloser Mensch ist, weil er seine Leistungs-Vorgaben &#8216;von oben&#8217; hat und gar nicht anders kann? Dass er seine Hilflosigkeit hinter einem dominanten Verhalten versteckt, um nicht als Schwächling dazustehen? Dass er im wirtschaftlichen Sinn absolut richtig handelt: Wenn die Kosten zu hoch werden, ist die Firma auf dem Markt nicht mehr wettbewerbsfähig und die Arbeitsplätze sind in Gefahr, die von Monika und Stella eingeschlossen? Dass er ein Mann ist und Männer nur Zahlen im Kopf haben?<br />
Was halten Sie von der Kollegin Stella? Ist sie nicht durch und durch egoistisch, um nicht zu sagen &#8216;unfair&#8217;, ganz und gar nicht kollegial? Handelt sie im Sinne unserer christlich geprägten Kultur der Nächstenliebe nicht total daneben?&nbsp; Regt sich Widerstand in Ihnen und sie sagen: Stella ist doch keine Mutter Theresa. Sie steht mitten im Wettbewerbs-Leben und muss zusehen, dass sie ihre Leistungsfähigkeit erhält. Wenn sie das in dieser Situation auf Kosten von Monika tut, ist das zwar bedauerlich, aber höchst realistisch und zukunftsorientiert. Was hat die Firma davon, wenn sie sich beide völlig verausgaben? Diese Stella schätzt die Situation besser ein, als Monika. The survival of the fittest!&nbsp; Das uralte Evolutionsprinzip: Nur der Fitteste hat das Recht zu überleben? <br />
Und Monika? Sie ähnelt Ihnen? Sie würden genau so handeln? Sie finden - christlich hin, christlich her - dass sie menschlich handelt, human-orientiert? Und dass wir solche Menschen dringend auch im Berufsleben brauchen, weil die Wirtschaftswelt sonst emotional erfriert?&nbsp;  Oder denken Sie: &#8216;Von wegen human! Die will der Stella doch nur beweisen, wie es richtig wäre und zeigen, dass sie es auch ohne ihre Unterstützung schafft. Die will doch hinterher nur die Lorbeeren kassieren und beim Chef Liebkind sein.&#8217; Oder denken Sie: Diese Monika handelt zwar verständlich, aber nicht sehr zukunftsorientiert. Sie überschätzt sich total, powert sich völlig aus und dann braucht sie sich nicht krankschreiben lassen, dann ist sie krank. Ganz zu schweigen von den Kosten, die bei einem Burnout auf die Firma zukommen&#8230;<br />
Jeder hat gute Gründe und viele gute Begründungen für seine Argumente - genau das ist die Problematik: Jede der drei Personen handelt aus ihrer Sicht &#8216;richtig&#8217;. Die Einstellung, &#8216;das Richtige zu tun&#8217; verhindert jedoch, dass Monika Müller nach einer effektiven Problemlösung sucht. 
</p> 
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      <title>45 Burnout &#45; Last und keine Entlastung I</title>
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      <published>2011-04-01T08:01:37Z</published>
      <updated>2011-04-01T09:53:38Z</updated>
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            <name>Brigitta Ehrhardt</name>
            <email>b.ehrhardt@adcoa.de</email>
                  </author>

      <content type="html"><![CDATA[
        <p>Monika Müller fühlte sich durch die rigide Haltung ihres Vorgesetzten unter Druck gesetzt, ausgenutzt, ja regelrecht ausgebeutet. Und sie dachte daran, zum Arzt zu gehen und sich krankschreiben zu lassen… Ihre ersten Reaktionen waren Empörung und Rache. Nur in Gedanken zwar - denn sie ließ sich nicht krankschreiben - aber trotzdem hat ihr alleine dieser Gedanke eine innere Genugtuung verschafft. Und schließlich: Wenn es zu dick kommen würde, bliebe ihr diese Möglichkeit ja immer noch. </p>

<p>Stella, die Arbeitskollegin von Monika Müller, hatte die Idee, ihren Vorgesetzten um Entlastung zu bitten, von Anfang an nicht begeistert, aber sie hatte mitgemacht. Jetzt gab sie Monika am Scheitern die Schuld. Die Anfrage sei zu früh gestellt worden, sie hätten noch eine Weile abwarten sollen und vielleicht die eine oder andere Sache schiefgehen lassen sollen, dann hätte er besser eingesehen, dass es so nicht gehen kann. Der Mensch lernt am schnellsten aus negativen Erfahrungen und die müsste ihr Chef jetzt machen. &#8216;Etwas schief gehen lassen!&#8217;, empörte sich Monika Müller, nein, das käme für sie überhaupt nicht in Frage. Das Ergebnis? Sie ahnen es schon: Stella tat Dienst wie gehabt und Monika stürzte sich Hals über Kopf in die Arbeit. Und irgendwie entging es dabei ihrer Aufmerksamkeit völlig, dass sich Stella die &#8216;Rosinen&#8217; herauspickte und ihr die Problemfälle von Hellas Schreibtisch überließ. Bis sie es bemerkte, war es zu spät für eine angemessene Reaktion. Monika Müller war bereits zu sehr in der Defensive, als dass sie sich gewehrt hätte. Ihr machte die Arbeit keinen Spaß mehr. Es war vor allem diese Ausbeutung durch ihren Chef, aber inzwischen auch die empfundene Unfairness ihrer Kollegin. Und es war das eigene Gefühl, es nicht mehr zu schaffen. Zusätzlich waren es einige Fehler, die ihr unterlaufen waren. Hellas Arbeitsgebiet war zwar mit ihrem sehr verwandt, es gab jedoch Ausnahmen und Bestimmungen, die sie nicht gekannt hatte&#8230; Das war natürlich Wasser auf die Mühlen ihres Chefs: &#8220;Sehen Sie, wenn schon Ihnen als Fachfrau solche Fehler unterlaufen, was hätte dann eine Zeit-Arbeiterin gebracht?&#8221;&nbsp; 
</p> 
      ]]></content>
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      <title>44 Burnout &#45; Stressorgruppe Arbeitslast</title>
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      <id>tag:brigitta-ehrhardt.de,2011:blog/1.92</id>
      <published>2011-03-08T06:03:15Z</published>
      <updated>2011-04-01T09:00:16Z</updated>
      <author>
            <name>Brigitta Ehrhardt</name>
            <email>b.ehrhardt@adcoa.de</email>
                  </author>

      <content type="html"><![CDATA[
        <p>Stress und in der Folge Burnout haben viele unterschiedliche Ursachen, Reaktionen und Auswirkungen. Eine Stressreaktion ist jedoch bei allen Menschen gleich: Das &#8216;Hochfahren&#8217; der körperlichen Erregung. Sie ist mit einem menschheitsgeschichtlich uralten Alarm- und Angst-System gekoppelt. Diese Erregung gilt es &#8216;herunterzufahren&#8217;. Dazu haben wir zwei große Maßnahmenklassen besprochen: Atmung und Bewegung im Rhythmus von Anspannung und Entspannung, Aktivierung und Ruhe. Weiterhin haben wir unterschieden zwischen Sofortmaßnahmen und solchen, die auf längere Frist hin, dann aber hocheffektiv wirken. Aber: Wenn das alles wäre, was wir gegen Stress tun könnten, wären wir arm dran. Die körperliche Erregung ist bei Stress eben nur eine einzige Komponente. Eine sehr wesentliche zwar, wesentlich deshalb, weil das Herunterfahren der körperlichen Erregung die Voraussetzung für das weitere Vorgehen ist. <br />
Nehmen wir an, einer hochgestressten Person ist es gelungen - eben durch die zuvor besprochenen Sofort-Maßnahmen und die begonnenen mittel- und längerfristigen Maßnahmen - diese körperliche Erregung zu kontrollieren. Was kann sie noch tun? <br />
Bei den weiteren präventiven Maßnahmen ist vorab zu klären: Hat diese Person in der Hauptsache Arbeitsstress oder Beziehungsstress (Blogeintrag 22)? Beginnen wir beim Arbeitsstress und dem in Blogeintrag 22 genannten ersten Stressor, die Arbeitslast. Monika Müller, die Sie nicht kennen können, weil sie in Wirklichkeit nicht Monika und auch nicht Müller heißt, schilderte mir ihr Arbeitsproblem: Ihre Kollegin Hella ging in den Mutterschutz. Sie und ihre Kollegin Stella  mussten für diese Zeit die Arbeit von Hella übernehmen und stellten nach einer Woche Dauerstress fest, dass das Pensum nicht zu schaffen war. Sie sind gemeinsam bei ihrem Vorgesetzten vorstellig geworden und haben um Entlastung durch eine Zeitarbeiterin gebeten. Das wurde ihnen rundweg abgelehnt mit der Begründung, dass dazu die finanziellen Mittel für die Abteilung nicht ausreichen. Mit ein paar Überstunden einlegen und weniger Zeit verquatschen, ginge es schon. Monika Müller war sehr empört, äffte ihren Vorgesetzten nach: &#8220;Weniger Zeit verquatschen&#8221;. Sie fühlte sich unter Druck gesetzt, ausgenutzt, ja regelrecht ausgebeutet. Und sie dachte daran, zum Arzt zu gehen und sich krankschreiben zu lassen&#8230;
</p> 
      ]]></content>
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      <title>43 Burnout &#45; Maßnahme IV</title>
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      <id>tag:brigitta-ehrhardt.de,2011:blog/1.91</id>
      <published>2011-02-28T08:19:50Z</published>
      <updated>2011-04-01T08:51:51Z</updated>
      <author>
            <name>Brigitta Ehrhardt</name>
            <email>b.ehrhardt@adcoa.de</email>
                  </author>

      <content type="html"><![CDATA[
        <p>Die vierte körperliche Maßnahmengruppe gegen die körperliche Stress-Reaktion ist Sport. Sie erinnern sich an Herrn Lehmann? Wenn er sah, wie sein Nachbar, Paul Münster, abends mit seiner Training-Tasche zum Auto ging, um in den Fitness-Club zu fahren oder die Nachbarin Ursel sich auf ihr Rennrad schwang, bestand seine einzige Bewegung darin, seinen Kopf in Richtung Sport-Kanal zu drehen und die neuesten Sportnachrichten zu verfolgen. Nichts dagegen. Sportbegeisterung ist ein absolut aufbauendes Gefühl. Es hebt Herrn Lehmanns Stimmung. Hier kann er im kopfmäßigen Mitspielen risikofrei Aggressionen &#8216;ausleben&#8217;, sich der großen Schar Fußball- oder Kricket-Fans verbunden fühlen, sich durch ihre Siege in einen Taumel der Freude ziehen lassen oder über ihre Niederlagen in tiefe Trauer und Sorge versinken. Ja, beim Sport dürfen das auch M ä n n e r, sich gehen lassen, Freuden-, Zorn- und Trauertränen vergießen. Alleine dadurch - durch bloßes Zuschauen und Gefühle zulassen - wirkt Sport Stress mildernd. <br />
 
Dieses passive &#8216;Sporteln&#8217; hat Herr Lehmann dann doch noch optimiert. Allerdings: Sport ist nämlich nicht so &#8216;sein Ding&#8217;, wie er entschuldigend lächelnd versicherte. Er sehe ja ein, dass Stress seinen Körper geradezu auf Bewegung, auf schnelle und kraftvolle Bewegung, ausrichte und dass eben diese Bewegung seine Stresshormone am schnellsten wieder abbaut, aber, naja, und wenn er es sich richtig überlegt, ist das ja auch ganz logisch und wirklich auch nachvollziehbar und er ist auch überzeugt, dass es wirkt, ja ganz sicher, aber, naja, vielleicht wäre ja Golf etwas, da würde man nicht so schwitzen müssen und würde viel Laufen, das wäre etwas, vielleicht, aber ja, er habe halt doch nicht so das Augenmaß und würde sicherlich den Ball überhaupt nicht treffen und von daher, scheiden sowieso alle Sportarten mit Ball aus, ja, und dann bliebe ja nicht mehr viel übrig, weil das andere, also, wie soll er sagen, andere Sportarten machen ihm keinen Spaß, er braucht nämlich die Begeisterung, nein, natürlich, es ist schon so, dass er gerne eine Sportart mit anderen gemeinsam erleben möchte. Herr Lehmann ist kein Kämpfer. Sein Zögern hat verdeutlicht: Alle Sportarten, die Kampfgeist erfordern, bei denen es Sieger und Verlierer gibt, ziehen ihn zwar an, tragen aber für Herrn Lehmann ein  zu hohes Risiko, zu den Verlierern zu gehören und am Ende noch &#8216;Schuld&#8217; dafür zu sein. </p>

<p>Wie es dann doch noch zum &#8216;Sporteln&#8217; kam? Seine Freundin schleppte ihn mit in die Disco. Ja, Mitschleppen ist das richtige Wort. Denn eigentlich wollte er nicht. Aber dann hat das Tanzen ihn gepackt. Zuerst nur die &#8216;Herumhopserei&#8217; in der Disco, dann, angeregt durch die Tanzshow im österreichischen TV, die Standardtänze, vor allem die südamerikanischen. Für welche Bewegungs-Sportart Sie sich entscheiden, bleibt sich plus/minus gleich. Sportarten mit schnellen Bewegungen und hohem &#8216;Schwitzfaktor&#8217; bauen die Stresshormone schneller ab, Ausdauer-Sportarten wie etwa Nordic Walking wirken durch ihre Länge und sind vielleicht für konditionsschwache Menschen &#8216;verträglicher&#8217;. Dazu noch eine Empfehlung: Anstrengung ist schon wichtig, Überanstrengung kontraproduktiv. Im Zweifelsfall, besonders wenn Sie älter sind und jahrelang keinen Sport ausgeübt haben, ist eine ärztliche Abklärung hilfreich. 
</p> 
      ]]></content>
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      <title>42 Burnout &#45; Maßnahme III</title>
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      <id>tag:brigitta-ehrhardt.de,2011:blog/1.90</id>
      <published>2011-02-23T09:17:49Z</published>
      <updated>2011-04-01T08:43:50Z</updated>
      <author>
            <name>Brigitta Ehrhardt</name>
            <email>b.ehrhardt@adcoa.de</email>
                  </author>

      <content type="html"><![CDATA[
        <p>Die Wirkung der Shiatsu-Klopftechnik ist keine Glaubenssache. Berührungen sind für unseren Körper ganz allgemein gesprochen Kontakt-Signale. Er versteht sie sehr gut. Zarte Berührungen werden von ihm als Trost- und Liebessignale interpretiert und sind ihrer Innigkeit wegen entweder bestimmten eng vertrauten Personen oder - in bestimmten emotionalen Situationen, wie etwa Verlust und Trauer - auch Bekannten und Freunden und dann nur für kurze Zeit vorbehalten. Eine etwas festere Berührung signalisiert Normalität, eine noch etwas Festere hat Aufforderungscharakter: Unser Gehirn schickt uns eine Orientierungs-Reaktion (Blogeintrag 26). Automatisch wenden wir uns der Person zu, die uns angefasst hat. Wir wissen, ohne dass wir es denken, dass diese Person etwas von uns will. Und genau das &#8216;sagen&#8217; wir unserem Körper durch das Abklopfen: Wir wollen, dass er arbeitet. <br />
Das ist der psychische Wirkfaktor. Die physische Wirkung folgt sofort: Verspannte Muskelpartien entspannen sich, schlaffe, träge Muskelpartien werden aktiviert. Das hat einen Einfluss auf unsere Venen: Stauungen lösen sich auf, das Blut kann ungehindert fließen. Die tiefere Atmung schenkt den Lungen mehr Sauerstoff, der durch das Blut im ganzen Körper verteilt wird. Und wir? Wir merken an der guten Stimmung, dass unser Körper diese Behandlung als höchst angenehm empfindet. Wir nutzen diese Klopftechnik öfter als Einsing-Übung im Chor (dann allerdings nur die Arme) und ich kann sagen: Die Aufhellung der Stimmung durch diese Übung ist bemerkenswert: Sängerinnen und Sänger lächeln und lachen mehr und das gemeinsame Klatschgeräusch animiert zum gegenseitigen Blickkontakt. Und: Die Konzentration erhöht sich schlagartig. Die Klopf-Aufforderung bewirkt, dass man &#8216;bei der Sache&#8217; ist. 
</p> 
      ]]></content>
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      <title>41 Burnout &#45; Maßnahme III</title>
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      <id>tag:brigitta-ehrhardt.de,2011:blog/1.89</id>
      <published>2011-02-21T07:04:38Z</published>
      <updated>2011-04-01T08:43:40Z</updated>
      <author>
            <name>Brigitta Ehrhardt</name>
            <email>b.ehrhardt@adcoa.de</email>
                  </author>

      <content type="html"><![CDATA[
        <p>In Blog-Eintrag 38 habe ich von zwei Maßnahmengruppen gesprochen, die Entspannungsverfahren und die Aktivierungsverfahren. Auch in der letzten Verfahrensgruppe möchte ich exemplarisch eine Sofortmaßnahme und eine langfristige Maßnahme vorstellen. </p>

<p>Die Sofortmaßnahme habe ich im Shiatsu Handbuch von Gerry Thompson aus dem Mosaik-Verlag gefunden. Sie ist dort im Kapitel Shiatsu-Eigenbehandlung beschrieben. Entwickelt hat sie sich - nach Aussagen in diesem Buch - aus einer Kombination von Wissen aus der klassischen chinesischen Medizin und dem traditionellen japanischen Massageverfahren. Nach der chinesischen Medizin durchziehen unseren Körper Energiebahnen, die so genannten Meridiane. Krankheit entsteht demnach dann, wenn die Energie in diesen Bahnen blockiert ist, in bestimmten Bereichen zu viel Energie fließt oder ein deutlicher Mangel vorliegt. Über die Reizung bestimmter Meridianpunkte kann man dieses Energie-System beeinflussen und wieder ins Gleichgewicht bringen. Dies wird in Akupunktur und Akupressur praktiziert. Die japanische Massage-Tradition empfiehlt, diese Energiebahnen durch Abklopfen &#8216;in Schwung&#8217; und damit in Balance zu bringen. Gerry Thompson empfiehlt, mit flachen Händen oder leicht geballten Fäusten zu klopfen und dabei tief und regelmäßig zu atmen. Die Klopf-Richtung: An der Außenseite von Armen und Beinen aufwärts, an Rücken und Innenseite der Glieder abwärts.<br />
 
Ich beginne diese Übung immer am Kopf oberhalb der Stirne, klopfe locker mit den Fäusten über den Scheitelbereich zum Hinterkopf, den Nacken entlang zu den Schultern. Beginne dann wieder in Gesichtsnähe, gerade eine Handbreit neben den ersten beiden Bahnen, klopfe wieder zu den Schultern und ein drittes Mal an der Schläfe entlang zu den Schultern. Dann arbeite ich mit der flachen Hand weiter: An den Nackenwirbeln beginnend nach außen zum Schultergelenk. Danach strecke ich meinen linken Arm nach vorne, Handfläche zum Boden und klopfe - wenn ich Zeit habe mit der lockeren Faust dreimal wie am Kopf nebeneinander - wenn es schneller gehen soll mit der flachen Hand einmal von der Handoberfläche zur Schulter, drehe den Arm, so dass die Handfläche nun nach oben zeigt, und klopfe von der Schulter zurück zu den Fingerspitzen. Anschließend strecke ich den Arm über den Kopf nach rechts, beginne mit dem Klopfen (eigentlich immer mit der flachen Hand) am kleinen Finger, an der &#8216;Außenkante&#8217; des Armes entlang und der linken Körperseite und Bein hinunter und an der Innenseite des linken Beines wieder hoch. Seitenwechsel. Zuletzt kommt der Rückendran. Wieder mit lockeren Fäusten, wo weit, wie ich am Rücken zu den Schulterblättern hoch komme und dann abwärts über mein Gesäß, die Bein-Rückseite runter und die Vorderseite hoch. </p>

<p>Warum es wirkt und was es bewirkt im nächsten Blog-Eintrag. </p>

 
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      <title>40 Burnout &#45; Maßnahme II</title>
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      <published>2011-02-18T07:29:15Z</published>
      <updated>2011-04-01T08:42:16Z</updated>
      <author>
            <name>Brigitta Ehrhardt</name>
            <email>b.ehrhardt@adcoa.de</email>
                  </author>

      <content type="html"><![CDATA[
        <p>Wenn Sie diese Entspannungsübung durchgeführt haben - und besonders nach mehreren Malen (siehe auch Blogeintrag 35) - werden Sie feststellen: Es funktioniert! Wie kann es sein, dass bloße Muskel-Anspannung und -Entspannung einen solchen Effekt hat? Und wie kommt es, dass Autogenes Training, Meditation, Yoga, etc. den gleichen oder ähnlichen Effekt haben? Sie haben etwas gemeinsam, das gleichermaßen wirkt: Die Konzentration nach innen. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit nach innen richten, schaltet unser Gehirn automatisch von den Beta-Wellen auf die Alpha-Wellen, also von 38 bis 15 Hz auf 15 bis 8 Hz. Eine Verlangsamung auf den Bereich von 8 bis 12 Hz erreicht es dann, wenn wir dazu auch noch die Augen schließen. Wenn wir die Aufmerksamkeit nach innen richten, besonders dann, wenn wir dabei die Augen schließen, &#8216;schalten&#8217; wir quasi das ganze Informationsverarbeitungssystem der Außenreize ab. Unsere Augen empfangen keine Licht-, Farb- und Bildinformationen mehr, d.h. unser Gehirn muss diese Informationen nicht mehr mit gespeicherten Bildern abgleichen, oder als neue Informationen einspeichern. Es muss nicht mehr bewerten, ob sie jetzt positiv oder negativ für uns sind und es muss nicht mehr nach Lösungen suchen. Wir unterhalten uns nicht mehr mit anderen, sind nicht mehr mit unserer Arbeit oder sonstigen Plänen beschäftigt, und auch diese Verarbeitungskapazität wird frei. Unser Gehirn kann sein Verarbeitungstempo verlangsamen. Genau das ist der erwünschte Effekt: Wir geben durch solche Übungen unserem Gehirn die Möglichkeit, eine kleine Pause einzulegen, sich neu zu sortieren, um dann erholt neu zu starten. <br />
Wenn die Innenkonzentration und das Augenschließen schon reichen würden, warum dann das Anspannen, Zählen, Atmen und Entspannen? Weil wir sonst mit unseren Gedanken spazieren gehen würden, träumen, Probleme wälzen, etc. etc. Und schon hätten wir unser Gehirn durch Aufmerksamkeits-Aufgaben wieder aktiviert. Ob wir jetzt Bilder durch unsere Augen in unser Gehirn projizieren, oder ihm Vorstellungsbilder präsentieren, ist unserem Gehirn völlig egal. Es verarbeitet die realen, wie die künstlichen Projektionen. Die Beschäftigung mit dem eigenen Körper und das Achten auf die Körperreaktionen halten unsere Gedanken fest und die Innenkonzentration aufrecht. <br />
Aber natürlich: Einen Tranquilizer einzunehmen dauert noch keine Minute, die Muskelentspannung dauert je nach Ausführung zwischen 5 und 30 Minuten. Und ein Tranquilizer fährt das System auch herunter. Stimmt. Über welche Faktoren Beruhigungstabletten wirken, ist mir nicht bekannt. Vielleicht kann mir das ja jemand von Ihnen erklären. Es ist auch nicht mein Ziel, irgendwelche Medikamente zu &#8216;verteufeln&#8217;. Ich möchte Ihre Unterhaltung mit Ihrem Körper fördern, denn das &#8216;Schließen der Augen&#8217; und die &#8216;Konzentration nach innen&#8217; sind zwei weitere &#8216;Worte&#8217;, die Ihr Körper sehr gut versteht. Seine Sprache zu lernen, verbessert in jedem Fall die Kommunikation. 
</p> 
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      <title>39 Burnout – Maßnahme II</title>
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      <id>tag:brigitta-ehrhardt.de,2011:blog/1.87</id>
      <published>2011-02-17T09:33:04Z</published>
      <updated>2011-04-01T08:42:05Z</updated>
      <author>
            <name>Brigitta Ehrhardt</name>
            <email>b.ehrhardt@adcoa.de</email>
                  </author>

      <content type="html"><![CDATA[
        <p>Wie versprochen: Die Jacobson’sche Muskel-Entspannung. Sie können die Übung jederzeit durchführen, im Stehen, Sitzen oder Liegen. Wenn Sie wollen gleich morgens im Bett. Ach ja! Morgens entspannen? Dann bin ich ja den ganzen Tag hundemüde! – Ganz und gar nicht. Diese aktive Muskelentspannung kann beides: beruhigen und anregen – je nachdem, wie und mit welchem Ziel sie ausgeführt wird. Die Technik ist bei beiden die gleiche. <br />
Beginnen wir also mit morgens. Das Bett ist noch kuschelig warm, sie strecken sich in Rückenlage aus, atmen tief in den Bauch und konzentrieren sich auf Ihre Füße. Sie spannen alle Muskeln Ihrer Füße an, zählen langsam bis zu einer Zahl zwischen fünf und acht und lassen mit der letzten Zahl die Anspannung los. Nun spannen Sie die Fuß- und Unterschenkel-Muskeln an, zählen wieder, achten darauf, dass Sie den Atem dabei nicht anhalten, sondern ruhig weiteratmen, lassen die Anspannung los. Dann Füße, Unter- und Oberschenkel anspannen, zählen, atmen, loslassen. Jetzt sind die Hände dran (Fäuste ballen), dann Hände und Unterarme, dann Hände, Unter- und Oberarme. Dann Gesäß und Rückmuskulatur, dann Schultern, Hals und Gesicht. Immer im gleichen Rhythmus: anspannen, zählen, atmen, loslassen. Das dauert Ihnen zu lange? Na, dann spannen Sie die einzelnen Muskelgruppen gleichzeitig an: Erst Fuß- und Beinmuskulatur, dann Hand- und Armmuskulatur, dann Gesäß- und Rückenmuskulatur und zuletzt die Schultern- und Gesichtsmuskulatur. Nachdem der Übung sollten alle Ihre Muskeln gut durchblutet sein, sich also warm anfühlen und Sie selbst? Sie sind fit zum Aufstehen.<br />
Abends die gleiche Prozedur. Aber: Vorher leichte Entspannungsmusik auflegen, alle Schritt einzeln durchführen und nach jedem Schritt der An- und Entspannung ‚nachfühlen‘, spüren, wie sich beispielsweise der Fuß oder das Bein nach der An- und Entspannung anfühlt. Leichter? Länger? Dicker? Wärmer? Immer wieder auch die Atmung kontrollieren, dass sie tief in den Bauch hinuntergeht und im Oberkörper keine Atembewegung festzustellen ist. Es ist genau dieses ‚Nachfühlen‘, diese  Konzentration auf sich selbst, die den beruhigenden Entspannungseffekt auslöst. Ihre Muskeln sind danach gut durchblutet, Schlacken und Schadstoffe können abtransportiert werden und durch die Bauchatmung ist die Sauerstoff-Versorgung optimiert. Ihre Gehirnströme fließen zwischen 10 und 15 Hertz gemütlich dahin und wenn sie bei 8 Hertz angelangt sind, schlafen Sie entspannt ein.</p>

 
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      <title>38 Burnout – Maßnahme II</title>
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      <id>tag:brigitta-ehrhardt.de,2011:blog/1.86</id>
      <published>2011-02-16T10:22:30Z</published>
      <updated>2011-02-18T08:24:31Z</updated>
      <author>
            <name>Brigitta Ehrhardt</name>
            <email>b.ehrhardt@adcoa.de</email>
                  </author>

      <content type="html"><![CDATA[
        <p>Für die, die diesen Blog erst jetzt entdeckt haben: Als Hauptursachen für Burnout wurden zwei große Stressoren-Gruppen identifiziert: Arbeits- und Beziehungsstress. Wenn wir effektiv etwas gegen Stress tun wollen, müssen wir wissen, was mit uns passiert, wenn wir Stress haben: Die Formatio Reticularis, ein Nervensystem unseres Gehirns, das die Aktivierung reguliert, ‚springt an‘, versetzt unseren ganzen Organismus in ein erhöhtes Erregungsniveau. Diese Erregung wird in Hertz gemessen. Bei einer Frequenz von 7/8 Hertz wachen wir auf; unser normales Alltags-Aktivierungsniveau liegt bei 15-21 Hertz und über 21 bis ca. 38/40 Hertz geraten wir immer mehr in Hektik, schließlich in Stress, dann in  Angst. Das löst in unserem Körper Reaktionen aus: Unser Puls beschleunigt sich bis hin zum Rasen, der Blutdruck steigt. Die Verdauungsorgane werden ‚lahmgelegt‘, dafür jedoch der Energieumsatz in der Arm- und Beinmuskulatur erhöht, mit dem Ergebnis, dass wir ins Schwitzen geraten.<br />
 
Die Schlussfolgerung daraus: Bevor wir irgendein anderes Maßnahmen-Paket öffnen, sollten wir erst einmal versuchen, unser Aktivierungsniveau bei ca. 20 Hertz zu halten. Die erste, quasi als Sofort-Maßnahme habe ich in Blogeintrag 33 bis 37 beschrieben. Die beiden folgenden Maßnahmengruppen sind längerfristig angelegt: Entspannung und Aktivitäten. Mit der Entspannung möchte ich beginnen. </p>

<p>Entspannung führt dazu, die Erregung im Gehirn ‚herunter zu fahren‘. Langfristige Entspannungsverfahren dienen dazu, eine überhöhte Grundaktivierung auf Normalniveau zu bringen und zu halten. Wenn unsere ‚Alltagsspannung‘ ständig zwischen 22 und 28 Hertz liegt, sind wir Hektiker, wie wir umgangssprachlich Menschen bezeichnen, die sich in leichtem Dauerstress befinden. Von dort ist es nur noch ein kleiner Schritt zur Stress-Erregung, die für viele häufig genug in Panik und Angst endet. Davor schützen die Entspannungsverfahren. Ich möchte Ihnen morgen die Jacobson‘sche Entspannung vorstellen. Sie beruht auf dem Prinzip einer kurzfristigen totalen Anspannung bestimmter Muskeln, gefolgt von einer ebensolchen Entspannung, dem so genannten ‚Loslassen‘. Wenn sie jedoch lieber ins Yoga gehen, meditieren oder Autogenes Training ausüben, so haben diese Verfahren im Grunde die gleiche positive Auswirkung, wenn – und das möchte ich wieder einmal betonen – sie regelmäßig durchgeführt werden. Sie erinnern sich (Blogeintrag 37)? Unser Körper ‚lernt‘ nur durch dauernde Wiederholungen. </p>

 
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      <title>37 Burnout – Maßnahme I</title>
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      <id>tag:brigitta-ehrhardt.de,2011:blog/1.85</id>
      <published>2011-02-15T10:23:12Z</published>
      <updated>2011-04-01T08:41:13Z</updated>
      <author>
            <name>Brigitta Ehrhardt</name>
            <email>b.ehrhardt@adcoa.de</email>
                  </author>

      <content type="html"><![CDATA[
        <p>Was? Immer noch Maßnahme I? Ja, weil es nicht nur Leute gibt, die ihre festgezurrte Bauchdecke nicht nach außen dehnen und ihre verkrampften, hochgezogenen Schultern nicht mehr entspannen können, sondern leider auch solche – und das sind gar nicht so wenige – die erst gar nicht bemerken, dass sie im Stress sind. Herr Lehmann war auch so einer. Ihm ist sein ‚Schreck-Atem‘ gar nicht aufgefallen. Schreck-Atem? Sie kennen das, wenn man vor Schreck sekundenlang den Atem anhält, bis sich diese erhöhte Atemspannung mit einem sehr leisen Stöhnen entlädt? Wohl hat er an seinen feuchten Händen gesehen, dass sein Körper reagiert, aber dann war es meistens schon zu spät. Deshalb habe ich im letzten Blog-Eintrag geschrieben: Er musste sich die Anti-Stress-Reaktion regelrecht antrainieren.<br />
Nachdem es ihm gelungen war, bei der tiefen Bauch-Atmung nicht mehr den oberen Brustkorb mit zu bewegen, folgte Schritt zwei. Dazu setzte er sich selbst unter Stress. Er ist ein Sudoku-Fan. Er gab sich eine bestimmte Zeit vor, in der er ein solches Zahlenrätsel lösen wollte/musste und los ging’s! Allerdings wurde er nach jeder dritten Rätselminute durch einen kleinen Klingelton an die Anti-Stress-Reaktion I erinnert. Erstaunt stellte er fest, dass sogar bei einer solchen leichten und von ihm selbst erzeugten Stress-Situation seine Schultern verspannt waren und dass er seine Kiefern aufeinander gepresst hatte. In dieser künstlichen Stress-Situation gelang es ihm spielend, seinen Körper zu überzeugen, dass seine Symptome unerwünscht waren.<br />
Der dritte Schritt des Trainings bestand darin, dass seine Freundin nach Feierabend ins Verwaltungsgebäude kam und die Türe zu seinem Büro unvermittelt aufriss. Sie erinnern sich? Dann bekam Herr Lehmann jedes Mal schweißnasse Hände, sein Puls raste, seine Schultern verspannten sich, ihm wurde leicht übel und an sehr schlimmen Tagen hatte er sogar das Bedürfnis, dringend und sehr schnell auf Toilette zu müssen. Dass seine Freundin die Türe zu seinem Büro aufriss, versetzte ihn die ersten Male tatsächlich fast in Panik. Obwohl (!) er wusste, dass es mit fast 100 %iger Wahrscheinlichkeit seine Freundin ist und nicht sein Chef. Aber eben: Sein Stress-System wusste es nicht. Nach dieser Erfahrung wollte er aufgeben. Glücklicherweise blieb er aber dran. Das Ergebnis habe ich im letzten Blogeintrag beschrieben. </p>

 
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      <title>36 Burnout &#45; Maßnahme I</title>
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      <id>tag:brigitta-ehrhardt.de,2011:blog/1.84</id>
      <published>2011-02-14T14:20:37Z</published>
      <updated>2011-04-01T08:39:39Z</updated>
      <author>
            <name>Brigitta Ehrhardt</name>
            <email>b.ehrhardt@adcoa.de</email>
                  </author>

      <content type="html"><![CDATA[
        <p>Herr Lehmanns Anti-Stress-Sofort-Maßnahme besteht noch aus einer zweiten Komponente. Bei der Stress-Aktivierung macht sich unser Körper kampfbereit. Die Schultern ziehen sich automatisch hoch (unserem Kopf fällt das gar nicht auf, heißt: Wir bemerken das Hochziehen nicht), die Sehnen spannen sich an und zwar so stark, dass der Arm bei Bedarf regelrecht nach vorne geschleudert werden kann. Diese Anspannung erhöht die Schlagkraft. Das war ja mal zu Zeiten der Sammler und Jäger eine sehr nützliche Reflex-Einrichtung, ist es heute vielleicht in dem einen oder anderen Fall von körperlicher Bedrohung immer noch, aber in den vielen anderen Stress-Situationen, in denen keine körperliche Auseinandersetzung erfolgt, führt es zu den ungeliebten &#8216;Verspannungen&#8217;, die uns Kopfschmerzen und Kreuzschmerzen verpassen. <br />
Dagegen hat Herr Lehmann ein einfaches und hochwirksames Rezept: Er senkt die Schultern ab, dehnt leicht seine Nackenmuskulatur, indem er im Gegenzug zum Absenken der Schultern den Kopf nach vorne beugt. Wenn er unbeobachtet ist, neigt er den Kopf auch rechts und links zur Seite und dehnt auf diese Weise die entsprechende Halsmuskulatur. Wenn jedoch niemand seinen Stress und seine Gegenreaktion bemerken soll, genügt auch schon das Absenken der Schultern und Herausstrecken der Brust. Er wiederholt diese kleinen Bewegungen mehrmals täglich. Er hat sie sich regelrecht antrainiert. Es tut ihm gut und seine Haltung am PC ist wesentlich besser, als vorher. Und: Sein Puls hört auf zu rasen, sein Blutdruck bleibt im Normalbereich, seine Hände bleiben trocken und warm. </p>

 
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      <title>35 Burnout – Maßnahme I</title>
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      <id>tag:brigitta-ehrhardt.de,2011:blog/1.83</id>
      <published>2011-02-10T14:26:10Z</published>
      <updated>2011-04-01T08:39:11Z</updated>
      <author>
            <name>Brigitta Ehrhardt</name>
            <email>b.ehrhardt@adcoa.de</email>
                  </author>

      <content type="html"><![CDATA[
        <p>Übung – so wurde im letzten Blog-Beitrag festgestellt – ist die Grundvoraussetzung für das Gelingen der Anti-Stress-Atmung. Sie erinnern sich an Herrn Lehmann aus Blog-Beitrag 28? Sein Stress-System fuhr bereits hoch, wenn sich die Türe seines Büros öffnete. Inzwischen will es das immer noch – aber es fährt sofort wieder runter. Er hat die Anti-Stress-Atmung gelernt. Er hat sich zuhause jeden Morgen und Abend mit dem Rücken auf den Boden gelegt, hat sich drei dicke Bücher auf den Bauch gelegt und sich darauf konzentriert, durch seine Einatmung die Bauchdecke wenigstens 2 cm zu heben. Das ist ihm am Anfang überhaupt nicht gelungen, die Atembewegung fand nur im oberen Brustkorb statt. Selbst beim ‚entspannten‘ Liegen hat er beim Atmen die Schultern verspannt. Aber er hat nicht aufgegeben, sich darauf konzentriert, dass sein Oberkörper während der Einatmung ganz ruhig blieb und siehe da: Endlich hat auch sein Bauch nach zwei Tagen mit ca. 25 bis 30 Wiederholungen täglich begriffen. <br />
Auch hierfür gibt es eine ganz rationale Erklärung. Unser Gehirn kann bereits nach einmaliger Wissenspräsentation lernen, nämlich dann, wenn die Lernerfahrung besonders nachhaltig war. Ein kleines Kind, das in den Schein einer Kerze fasst und merkt, wie heiß es in Flammennähe ist, wird diesen ersten Versuch nicht mehr wiederholen müssen, um zu wissen: Feuer brennt und brennen tut weh. Besser, ich fasse dort nicht mehr hin. Unser Körper lernt anders: Er lernt durch Wiederholung. Im Durchschnitt haben Spieler in einem großen Symphonie-Orchester 18 000 Stunden auf ihrem Instrument geübt! Immer und immer wieder üben – das ist der Weg zum Erfolg, wenn es darum geht, unserem Körper etwas beizubringen.<br />
Herr Lehmann hat nicht aufgegeben. Wenn heute die Türe zu seinem Büro aufgeht, ja, selbst, wenn sein Chef darin auftaucht und wenn er wieder seine unfaire Kritik loslässt, wundern sich seine Kollegen, wie ruhig er bleiben kann. Er atmet ‚tief in den Bauch‘ und sagt damit seinem Körper: „Kannst ruhig bleiben, es ist nur dieser … Chef“. Der Vorteil dieser Sofortmaßnahme: Keinem Außenstehenden fällt auf, wie er das macht. </p>

 
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